
Von Anfang an war mir der Ausbau der Mobilitätsangebote im Landkreis besonders wichtig. Warum? Weil eine gut funktionierende Mobilität das Rückgrat für eine positive wirtschaftliche Entwicklung ist.
Jeden Tag pendeln zehntausende Menschen in unseren Landkreis als Arbeitskräfte. Und auch unsere Bevölkerung muss sich auf ihrem Weg zur Arbeit auf Infrastruktur und Nahverkehr verlassen können. Im werktäglichen Berufsverkehr brauchen sie, wie auch unsere Schülerinnen und Schüler auf dem Weg zur Schule, zuverlässige Verkehrsmittel, leistungsfähige Straßen und attraktive Radwege. Auch für Touristen ist das wichtig. Sie wollen im Landkreis Urlaub machen. Nicht für alles ist der Landkreis zuständig. Aber wo wir etwas tun können, wollen wir liefern.
Wir haben daher in den letzten Jahren konsequent auf den Ausbau von Busangeboten und Radwegen gesetzt. Hier tragen wir Verantwortung. Die Zahl der gefahrenen Buskilometer konnten wir verdreifachen. Schnellbuslinien bedienen neue, tangentiale Linienwege und sind so ein attraktives neues Angebot. Auch die U6 im Landkreis und die Tram 25 nach Grünwald fahren im Auftrag des Landkreises. Weit über 35 km neue Radwege haben wir zudem gebaut, darunter auch leistungsfähige Schnellradwege für teils tausende von Radlern täglich! Ohne diese immensen Investitionen wäre der Wirtschaftsstandort Landkreis München schon längst nicht mehr so attraktiv.
Denn unser aller eigentliches Rückgrat, die S-Bahn, ist schon lange nicht mehr so belastbar, wie wir uns das alle wünschen. Auch mit 2. Stammstrecke, neuer Stellwerktechnik und modernen Zügen, die hoffentlich bald Verbesserung bringen, sind gewaltige, zusätzliche Investitionen erforderlich, um die S-Bahn wieder flott zu machen – vom zweigleisigen Streckenausbau bis zur Beseitigung von Straßenkreuzungen: Die S-Bahn muss für die Zukunft gerüstet werden!
Ganz sicher aber ist: die Zukunft der Mobilität in unserer Gesellschaft ist vernetzt, intelligent, postfossil und geteilt. Wir brauchen noch viel mehr klimaschonende Antriebe, intermodale Verknüpfungen der Verkehrsmittel, intelligente Steuerung und autonome Betriebe. Besonders stolz bin ich deshalb auf den FLEX, den bundesweit ersten tarifintegrierten On-Demand-Bus, der bei uns im südlichen Landkreis bereits verkehrt und nach und nach im ganzen Landkreis übernommen werden soll.
Mit dem FLEX können wir überall und immer dann fahren und Lücken schließen, wo und wann takt- und liniengebundene Verkehre weder wirtschaftlich noch verkehrlich sinnvoll oder zu teuer sind. Und so sollen die großen, leistungsfähigen Linien von Bus und Bahn schnell und zuverlässig fahren und von flexiblen Angeboten bedarfsgerecht ergänzt werden.
Das bedeutet für mich zukunftsfähige, nachhaltige Mobilität!
Investitionen in Bildung sind Investitionen in die Zukunft. Wenn wir unsere Kinder heute gut ausbilden, sind sie die begehrten Fachkräfte von morgen. Unser Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern beste Bildungsangebote möglichst wohnortnah anzubieten. Deshalb bauen wir für hohe dreistellige Millionensummen Schulen und betreiben sie mit bewusst unterschiedlichen Fachrichtungen für alle Bildungswege.
Ich habe vor meiner Wahl vor 12 Jahren zugesagt: Wir verfolgen unseren Schulbedarfsplan konsequent und sorgen durch Investitionen für bestmögliche wohnortnahe Bildung unserer Kinder und Jugendlichen im Landkreis – welchen Bildungsweg auch immer sie einschlagen, weil er ihren Fertigkeiten und Fähigkeiten am besten entspricht. Einschließlich all derer, die besonderen Förderbedarf haben – weil wir inklusiv denken!
Wir investieren aber auch in die Jugendsozialarbeit, um die schulische und berufliche Ausbildung zu fördern und besondere Bedarfe frühzeitig zu erkennen. Prävention bedeutet frühzeitig handeln und nicht erst, wenn sich Probleme manifestieren. Mir ist es wichtig, dabei auf alle zu achten und sie mitzunehmen, vorausschauend und fördernd, einschließlich bedarfsgerechter Teilhabeleistungen.
Und klar – auch Schulweg und Schulwegsicherheit sind uns wichtig. Wir kümmern uns darum durch Schülerbeförderung und Jugendverkehrsschule.
Der Umwelt- und Klimaschutz ist für uns alle überlebenswichtig. Eine intakte Natur ist die Grundlage unseres Lebens. Bereits 2016 haben wir die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens auf den Landkreis München übertragen und zahlreiche Projekte gestartet, mit denen wir sie im Landkreis erreichen können.
Dabei setzen wir auf örtliche Ressourcen. Die vielen Geothermieanlagen in unserem Landkreis etwa ersparen uns monatlich einige Millionen Liter Heizöl. Auch mit dem öffentlichen Nahverkehr investieren wir unmittelbar in den Umwelt- und Klimaschutz.
Dabei gehen wir neue Wege und setzen neben den vielen batterieelektrischen Bussen, die heute schon bei uns verkehren und auf die wir nach und nach umstellen, auch auf Wasserstoff. So ist seit 2023 in Hofolding eine Wasserstoff-Tankstelle in Betrieb, in der grüner Wasserstoff, den wir mit den Nachbarlandkreisen aus einer Freiflächen-Photovoltaik gewinnen, getankt werden kann. Zwölf Wasserstoffbusse, die durch den Landkreis fahren, sparen so jährlich Hunderte Tonnen CO2 ein. Als deutsche Wasserstoff-Modellregion „HyBayern“ nehmen wir eine Vorreiterrolle ein und sammeln schon heute wertvolle Erfahrungen mit dieser Zukunftstechnologie.
Mit unserem „Projekt 29++“ ermöglichen wir Menschen und Unternehmen zudem eigene Investitionen in den Klimaschutz vor Ort. Neben Klimabildung und Beratung über unsere Energieagentur gehören dazu auch ganz konkrete Klimaschutzprojekte wie die Aufforstung, der Waldumbau, die Humusbildung oder der Erhalt bzw. die Vernässung von Mooren. So wird viel CO2 gespeichert. Diese wirksamen Umwelt- und Klimaschutzprojekte vor Ort sind ohne den Einsatz öffentlicher Mittel möglich, weil sie sich aus Mitteln unserer „Aktion Zukunft+“ speisen. Bevölkerung und Unternehmen vor Ort gleichen dort ihren CO2-Fußabdruck aus und sorgen so für die notwendigen Finanzmittel. Ein erfolgreicher, nachhaltiger Kreislauf vor Ort.
Seit Jahren ist die Entwicklung unterschiedlicher Wirtschaftscluster im Landkreis ein wichtiger Baustein der herausragenden wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre.
Ismaning und Unterföhring bilden eines der bedeutendsten Medienzentren Deutschlands. Die „Space Valley“-Achse Neubiberg, Ottobrunn und Taufkirchen steht für europäische Spitzentechnologie im Bereich der Luft- und Raumfahrt. Planegg-Martinsried und bald auch Oberschleißheim sind globale Hotspots für Life Sciences, (Tier-)Medizin und Forschung im Bereich der Biotechnologie. Garching ist aus der Welt von Energie und Technik nicht mehr wegzudenken und Grünwald und Pullach sind überregional bedeutsame Standorte für die Finanzwirtschaft. Das sind nur Beispiele, die sich beliebig fortsetzen könnten. Möglich ist dies durch die gezielte Förderung und Vernetzung von Wissenschaft, Forschung und Entwicklung sowie der konsequenten Aufnahme und Umsetzung in der Wirtschaft vor Ort.
Davon profitiert auch die auflebende Start-up-Dynamik in unserem Landkreis. Doch durch den gezielten Aufbau spezialisierter Gründerzentren wie das IZB in Martinsried, die ACU in Unterschleißheim, das gate in Garching oder das WERK1 in München, an denen der Landkreis beteiligt ist, war Bayern im ersten Halbjahr 2025 die Region in Deutschland mit den höchsten Investitionen in junge aufstrebende Unternehmen. Klar, dass diese Gründerzentren Katalysatoren für die Arbeitsplätze von morgen sind.
Auf diesem Weg wollen wir bleiben und auch Zukunftsfelder wie die KI, das autonome Fahren oder die Welt der Energie im Blick halten.
Der Landkreis München wächst. Der ohnehin stark angespannte Wohnungsmarkt wird damit zusätzlich beansprucht. Landkreis und Kommunen bauen über die eigene Baugesellschaft München-Land deshalb zusätzlichen bezahlbaren Wohnraum. Wir haben zudem Gesellschaftsanteile an den kommunalen Wohnbaugesellschaften in Gräfelfing und Unterhaching erworben. Denn wir wollen in allen Kommunen des Landkreises ein starkes interkommunales Band für den Wohnraum für unsere Bevölkerung spannen.
Nach vielen Jahrzehnten baut der Landkreis inzwischen auch selbst wieder Wohnungen. Wir investieren in bezahlbaren Wohnraum für Pflegekräfte an unseren Kreiskliniken und für Beschäftigte des Landkreises und seiner Kommunen. So entlasten wir den freien Wohnungsmarkt. 700 Wohnungen sind in den letzten Jahren so bereits entstanden, im Bau oder in Planung.
Der sozialen Sicherung kommt besondere Bedeutung zu. Denn angesichts der enorm hohen Lebenshaltungskosten ist es für nicht wenige in unserer Bevölkerung wirklich schwer, den Alltag zu bestreiten.
Aus unserer wirtschaftlichen Stärke heraus investieren wir viel in präventive Projekte und sozialpolitische Korrektive. Wer im Landkreis wohnt, soll unabhängig von seiner sozialen Stellung hier zu Hause sein und zurechtkommen.
Mit all dem, was wir tun und anbieten, versuchen wir, Hilfe und Unterstützung für alle Generationen zu leisten. Kinder und Jugendliche profitieren von den präventiven Angeboten unserer Jugendsozialarbeit oder zahlreichen Unterstützungsprogrammen, beispielsweise in der frühkindlichen Bildung und Betreuung und unserem Projekt „AndErl – Guter Anfang im KindErleben“.
Auf ältere Generationen ist unser Förderprojekt „Demenzfreundliche Kommune“ gerichtet, mit dem wir auf den demografischen Wandel reagieren und älteren Menschen so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben zu Hause ermöglichen wollen. In mehr als der Hälfte aller Kommunen des Landkreises werden entsprechende Konzepte bereits umgesetzt. Deshalb ist uns auch ein leistungsfähiges, umfangreiches Netzwerk sozialer Dienste vor Ort wichtig, das wir leistungsgerecht fördern.
Dabei halten wir stationäre Angebote im Blick und sorgen nach wie vor für stationäre Pflegeplätze, Tages- und Kurzzeitpflege sowie Betreutes Wohnen. Mit unserem neuen Pflegestützpunkt und in zahlreichen Familienzentren im Landkreis haben wir Beratungsangebote geschaffen, die unserer Bevölkerung zugänglich sind und zu passgenauen Lösungen im Einzelfall verhelfen sollen.
Mit „ISAR“ – der Integrierten Sozialraumorientierten Arbeit – stellen wir unsere Sozialarbeit so auf, dass die Gelder dort ankommen, wo sie wirklich benötigt werden, und ermöglichen Menschen Hilfe aus einer Hand, statt sie von Amt zu Amt zu schicken. Dienstleistung für die Menschen – weil wir für sie da sein wollen.
Der Zivil- und Katastrophenschutz erfährt leider stark steigende Aktualität. Die Welt um uns herum ist unsicherer geworden. Schmerzlich spüren wir in Osteuropa, wie brüchig Frieden, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit sind. Aber auch der Lebenswandel zwingt uns, tragfähige Klimaanpassungsstrategien zu entwickeln und uns auf die Zukunft vorzubereiten.
Wo müssen wir Retentionsflächen für den Hochwasserschutz einrichten? Wo können wir durch Verschattung urbane Räume vor Überhitzung schützen? Wie können wir durch ein intelligentes Wassermanagement Dürren entgegenwirken?
Wie können wir die Strom- und Wasserversorgung in einem Krisenfall, der hoffentlich nie eintritt, sicherstellen? Wie halten wir den Klinikbetrieb, die Versorgung unserer pflegebedürftigen Senioren und die Verwaltung aufrecht?
Für all diese Fragen entwickeln wir gemeinsam mit Kommunen, dem Freistaat und all unseren Kooperationspartnern wirksame Lösungen. Wir haben in den letzten Monaten neue Treibstoff- und Wasserreserven angelegt sowie Notstromaggregate erworben. Wir haben die Organisationen des Zivilschutzes miteinander vernetzt – von der Feuerwehr über die Rettungsdienste, die Polizei und Bundeswehr bis hin zum Technischen Hilfswerk. Wir wollen agieren können und nicht nur reagieren.
Und wir nehmen die Bevölkerung dabei mit – durch Information in Bürgerversammlungen, Broschüren, online oder mit unserem regelmäßig stattfindenden Bevölkerungsschutztag.